Obdachlosenhilfe warnt vor akuter Lebensgefahr durch Kälte
In Deutschland herrscht eisige Kälte. Für Menschen ohne Wohnung oder Obdach steigt damit das Risiko akut. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ruft die Kommunen zu mehr und unbürokratischer Hilfe auf.
Berlin (KNA) Angesichts der herrschenden Winterkälte ruft die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zu mehr Hilfe für Menschen ohne Wohnung oder Obdach auf. "Bei diesen Temperaturen wird jeder längere ungeschützte Aufenthalt im Freien zur Lebensgefahr", sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft, Sabine Bösing, am Donnerstag in Berlin. Wer auf der Straße lebt, habe zudem oft Vorerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem. Damit steige das Risiko erheblich. Derzeit leben rund laut der Arbeitsgemeinschaft bundesweit 56.000 Menschen ganz ohne Unterkunft auf der Straße.
Die Kommunen müssten jetzt handeln und dürften niemanden abweisen oder aktuell aus der Wohnung zwangsräumen, so der Appell. Es brauche ausreichend rund um die Uhr geöffnete Notunterkünfte sowie Extraräume für besonders Schutzbedürftige und mehr Kältebusse. Bei Bedarf sollten leerstehende Hotels, U-Bahn-Stationen oder andere öffentliche Gebäude für Obdachlose geöffnet werden. Auch Passanten seien aufgerufen, bei Menschen ohne Obdach nicht wegzusehen und im Notfall den Rettungsdienst zu rufen.
