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Seltenes Treffen von Papst und Kardinälen beginnt im Vatikan

Acht Monate nach seiner Wahl trifft sich Leo XIV. wieder mit den Kardinälen der Weltkirche. Bei dem Treffen geht es um nicht weniger als den künftigen Kurs der katholischen Kirche.

Das erste große Treffen von Papst Leo XIV. und seinem wichtigsten Beratergremium beginnt an diesem Mittwochnachmittag. Zu dem nur selten einberufenen "außerordentlichen Konsistorium" sind alle 245 Kardinäle der Weltkirche eingeladen, unter ihnen sechs Deutsche. Unmittelbar nach Abschluss des "Heiligen Jahres" möchte der Papst wichtige Zukunftsfragen behandeln.

Mögliche Themen der Versammlung in der vatikanischen Synodenaula sind das Mitspracherecht aller Katholiken in der Kirche und Formen der Verkündigung der christlichen Botschaft in der heutigen Zeit. Eine Rolle spielen könnte auch die Beziehung zwischen der römischen Hauptverwaltung und den lokalen Kirchen. Ein weiteres mögliches Thema ist der jahrzehntealte Streit von Traditionalisten über die Form der katholischen Messfeier.

Zu Beginn der Beratungen am Mittwochnachmittag um 16.15 Uhr sollen die Kardinäle selbst über die beiden Themen abstimmen, die aus ihrer Sicht am dringlichsten diskutiert werden müssen. Die zwei weiteren von Leo XIV. vorgeschlagenen Punkte sollen an einem anderen Datum behandelt werden.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagen Papst und Kardinäle in zwei weiteren Sitzungen am Donnerstag: um 9:30 Uhr am Vormittag und um 15:15 Uhr am Nachmittag. Zuvor werden sie am Donnerstag um 7:30 Uhr eine Messe im Petersdom feiern, die von den Vatikanmedien übertragen wird. Nach Ende der Beratungen sollen am Donnerstagabend ausgewählte Kardinäle die Presse über den Verlauf und mögliche Ergebnisse der Gespräche informieren.

Zu einem außerordentlichen Konsistorium beruft der Papst alle Kardinäle weltweit nach Rom, um besondere Erfordernisse für die katholische Kirche zu besprechen. Der frühere Papst Franziskus berief nur einmal eine solche Versammlung ein, und zwar im Februar 2014, also ähnlich wie bei Leo XIV. ein knappes Jahr nach Amtsantritt. Damals ging es um Ehe und Familie. Ein ähnliches Treffen, das aber offiziell nicht als außerordentliches Konsistorium einberufen wurde, diente im August 2022 der Vorstellung der neuen Kurienverfassung.

Wesentlich häufiger berufen die Päpste ordentliche Konsistorien ein. Dazu kommen hauptsächlich die in Rom ansässigen Kardinäle zusammen, um die Durchführung gewisser feierlicher Akte zu genehmigen. Dazu zählen etwa Selig- und Heiligsprechungen. Auch die Erhebung neuer Kardinäle findet im Rahmen von ordentlichen Konsistorien statt.