Sternsinger bringen Segen ins Schloss Bellevue - Lob von Steinmeier
Der Bundespräsident hat am Dreikönigstag die Sternsinger in seinem Berliner Amtssitz empfangen. Steinmeier sagte, die soziale Aktion verdiene mehr Öffentlichkeit.
Berlin (KNA) Die Sternsinger haben am Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender besucht und ihren Segen ins Schloss Bellevue gebracht. Mit weißer Kreide schrieben die 20 Kinder und Jugendlichen aus dem katholischen Erzbistum Paderborn am Dreikönigstag "20*C+M+B+26" an das Eingangsportal des Schlosses. Die Abkürzung steht für "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus) und das aktuelle Kalenderjahr.
Am Nachmittag besuchen Sternsinger aus allen 27 deutschen Bistümern Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) im Kanzleramt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wollte die Königinnen und Könige eigentlich selbst empfangen, ist nun aber wegen eines Ukraine-Treffens in Paris verhindert. Nach Angaben des Kindermissionswerks ist es das erste Mal, dass ein Bundeskanzler nicht an dem seit 1984 bestehenden Empfang im Kanzleramt teilnehmen kann.
Steinmeier dankte den Sternsingern für ihr Engagement. Die Aktion verdiene viel mehr öffentliche Wertschätzung und Anerkennung, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. Daher habe er die Sternsinger auch in seiner jüngsten Weihnachtsansprache erwähnt. Büdenbender sagte, die Sternsinger machten die Welt ein Stück besser.
Der Bundespräsident empfing den königlichen Besuch bereits zum achten Mal in seinem Amtssitz. Er führt damit eine Tradition fort, die schon seine Amtsvorgänger gepflegt haben. Im Schloss Bellevue wird es für Steinmeier allerdings der letzte Empfang der Sternsinger gewesen sein, da das Gebäude umfassend saniert werden soll. Steinmeiers Amtszeit endet im kommenden Jahr.
Rund um den Jahreswechsel ziehen in ganz Deutschland Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus, schreiben ihren Segen an die Türen und sammeln Spenden für Kinder weltweit. Die diesjährige Aktion des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" steht unter dem Motto "Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit" und richtet einen Fokus auf Bangladesch.
Seit 1959 sammelten die Sternsinger insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro. Das Dreikönigssingen gilt als weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.
