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Umfrage: Junge Menschen haben wieder Interesse an Kircheneintritt

Jährlich treten mehr als 300.000 Deutsche aus der katholischen Kirche aus. Demnächst könnte es erstmals wieder eine nennenswerte Zahl von Eintrittswilligen geben - vor allem unter den Jüngeren.

Die katholische Kirche in Deutschland kann weiterhin mit einer hohen Zahl von Austritten rechnen, aber auch erstmals seit langem mit einer relevanten Zahl von Eintritten junger Menschen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa-Consulere unter katholischen und evangelischen Christen hervor, deren Ergebnisse am Montagabend in Rom vorgestellt wurden. Auftraggeber waren die Initiative Neuer Anfang und die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost".

Demnach haben derzeit 24 Prozent der Katholiken vor, in den kommenden zwei Jahren aus der Kirche auszutreten. Zugleich bekundeten 16 Prozent der unter 30-Jährigen Interesse an einem Eintritt. Die nach Angaben des Instituts repräsentative Umfrage wurde im Oktober 2025 unter rund 2.000 Personen durchgeführt.

Weitere Ergebnisse: 65 Prozent der befragten Katholiken waren für eine Abschaffung der Kirchensteuer, insgesamt waren es 60 Prozent. Zur Reforminitiative Synodaler Weg erklärten 21 Prozent der Katholiken, sie hielten ihn "für richtig", 17 Prozent hingegen hielten ihn "für falsch". 58 Prozent gaben an, die Frage nicht beantworten zu wollen oder zu können.

Überraschend niedrig war in der Umfrage der Anteil der Kirchenmitglieder (evangelisch und katholisch), die sich als gläubige Christen bezeichneten: Er lag bei lediglich 47 Prozent. Unter den relativ wenigen ostdeutschen Kirchenmitgliedern lag er mit 54 Prozent deutlich höher.