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Schauspielerin Senta Berger: Altwerden muss ich erst lernen

Was heißt es, den langjährigen Partner zu verlieren, auf einmal allein zu sein und zudem selbst älter zu werden? Erfahrungen, die auch die Schauspielerin Senta Berger macht - und offen darüber spricht.

Schauspielerin Senta Berger empfindet das Altwerden nach eigenen Worten als spezielle Erfahrung. "Ich werde ja zum ersten Mal alt. Das ist schwer, das muss ich ja lernen", sagte die 84-Jährige im Gespräch mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin". Bis zum 70. Lebensjahr habe man sein Leben irgendwie in der Hand und könne damit umgehen. "Dann passiert irgendetwas. So ganz langsam erst einmal, das habe ich gar nicht gespürt. Und jetzt, wo mein Mann nicht mehr lebt, bin ich alt. Das weiß ich. Ich bin alt geworden, und jetzt lerne ich es."

Bergers Ehemann, der Regisseur Michael Verhoeven und Vater ihrer beiden Söhne, war im April 2024 mit 85 Jahren gestorben. Seit 1966 war die Schauspielerin mit ihm verheiratet. Auch das mit dem Verlust verbundene Alleinsein müsse sie erst lernen, bekannte Berger. "Das ist sehr schwer, denn wir sind ja zusammengekommen, als ich gerade mal 21 Jahre alt war. Und jetzt lerne ich das Alleinsein und darf dabei meine Kinder nicht zu sehr belasten. Aber ich tue es natürlich, klar. Weil sie wissen, dass ich alt werde. Sie hören es, sie sehen es. Und sie kümmern sich sehr um mich."

Ihr Sohn Simon (53), selbst anerkannter Regisseur von Filmen wie "Männerherzen" oder "Willkommen bei den Hartmanns", fügte in dem Interview hinzu: "Wir drei versuchen, uns auszutauschen über diese seltsame Situation, dass mein Vater plötzlich nicht mehr da ist. Es herrscht ja immer noch so eine Art Fassungslosigkeit bei uns, dass das Realität sein soll." Sie vermissten etwas, das sie sich gegenseitig nicht so geben könnten. Das Haus seiner Mutter sei dasselbe geblieben, nur viel leerer. Berger ergänzte, wenn sie nach Hause komme, sei das zwar schön. "Es ist nur nicht schön, dass ich nach Hause komme, und es ist leer. Und keiner fragt, wie war es?"

Verhoeven erklärte, sein Vater sei in diesem Haus gestorben: "In dem Bett, in dem er immer geschlafen hat. Das ist ein tröstlicher Gedanke."

Am 29. Januar kommt Simon Verhoevens neuer Film "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" ins Kino - mit Senta Berger in einer Hauptrolle. Der Verfilmung zugrunde liegt der Roman des Schauspielers Joachim Meyerhoff. Darin beschreibt dieser seine Zeit auf der Schauspielschule in München, während der er bei seinen Großeltern wohnte. Seine Großmutter Inge Birkmann war selbst eine bekannte Schauspielerin, die nun von Berger dargestellt wird.