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Meldung

Willi Weitzel war Sternsinger - die Aktion bewegt ihn noch immer

Eher "auf Süßigkeiten fixiert": Als Kind verstand Willi Weitzel kaum, wofür die Sternsinger sammeln. Heute prägen ihn Begegnungen mit Kindern emotional, und er unterstützt die Sammlung rund um den 6. Januar auf anderem Weg.

Willi Weitzel (52), Moderator von "Willi will's wissen", war nach eigenen Worten als Kind ein "eifriger Sternsinger". Allerdings habe er damals "keine Ahnung" gehabt, "was wir da eigentlich machen". Mehr als auf die Verwendung der Spendengelder sei er "auf die Süßigkeiten fixiert" gewesen, die viele Menschen den Sternsinger-Kinder schenken.

Seit 14 Jahren bereist der Moderator für das Kindermissionswerk die Länder, für die gesammelt wird. In der diesjährigen Aktion rund um den 6. Januar ziehen Kinder, verkleidet als die Heiligen Drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte, von Tür zu Tür und sammeln unter anderem Geld für Kinder in Bangladesch. Dort arbeiten mehr als 1,8 Millionen Kinder, versteckt als Haushaltshilfen, in Fabriken oder in der Landwirtschaft.

Er fühle sich schlecht, wenn er die Länder wieder verlasse, sagte Weitzel. "Ich komme rein in das Leben der Kinder, bin dankbar, dass sie mir ihr Herz öffnen und überlasse sie dann wieder ihrem Schicksal, wenn ich gehe. Und das fühlt sich nicht gut an - auch wenn ich weiß, dass ich ihre Geschichten in die Welt trage und ihnen das vielleicht hilft."

Zu Gelegenheiten wie dem Sternsingen könne man sich durchaus bewusst machen, dass man hierzulande einfach mehr besitze: "Kinder sollten wissen, dass eine globale Welt nicht nur bedeutet, dass sie in Bangladesch für uns die Klamotten nähen. Sondern globaler Zusammenhalt bedeutet auch, dass wir Menschen in ärmeren Ländern etwas abgeben von dem, was wir mehr haben." Ihm sei bewusst, dass es keine einfache Lösung für Armut gebe, fügte der Botschafter hinzu. Ihm wüchsen jedoch die Kinder, die er vor Ort treffe, "unglaublich ans Herz".

Alle, die Lust hätten, einmal Kaspar, Melchior oder Balthasar zu sein, könnten beim Sternsingen mitmachen, so Weitzel: "Man muss sich einfach an eine katholische Gemeinde im Heimatort wenden, die das Sternsingen organisiert. Übrigens ist die Aktion natürlich auch überreligiös, was die Spenden anbelangt. Bangladesch, für das in diesem Jahr gesammelt wird, ist schließlich ein mehrheitlich muslimisches Land."