Haustiere auf einen Evakuierungsfall vorbereiten - So geht's
Der Fund einer Weltkriegsbombe, eine Überschwemmung, ein Feuer - es gibt Situationen, in denen man das eigene Zuhause schnell verlassen muss. Was Tierhalter bei einer Evakuierung beachten sollten.
Stuttgart (KNA) Die sorgfältige Vorbereitung auf eine mögliche Evakuierung in Notfällen ist aus Sicht von Peta nicht nur für Menschen wichtig. Um auch im Haushalt lebende Tiere in Sicherheit bringen zu können, sollten frühzeitig Vorkehrungen getroffen werden, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Tierschutzorganisation.
Weil es im Evakuierungsfall schnell chaotisch werde, sollte das Tier gut zu identifizieren sein, erklärt Fachreferentin Jana Hoger. Sie rät, Transportbox, Halsband oder Geschirr mit dem Namen und Kontaktdaten des Besitzers zu beschriften. Zudem sollten Mikrochip- und Kontaktdaten in Heimtierregistern aktuell bleiben, damit ein aufgefundenes Tier schnell zugeordnet werden könne.
Hilfreich sei auch, ein Notfallset: mit Nahrungsvorräten für etwa zwei Wochen, ausreichend Wasser und Näpfen. Zudem sollten laut Hoger ein Erste-Hilfe-Set und wichtige Unterlagen wie der EU-Heimtierausweis und die Medikamente eingepackt werden.
Potenziell stressige Situationen wie das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln, das Anlegen eines Maulkorbes oder der Aufenthalt in einer Transportbox sollten Tierhalter in ruhigen Zeiten üben. "So wird bestenfalls vermieden, dass die Tiere bei einer schnellen Flucht durch zu viele unbekannte Situationen in Panik geraten."
Zudem sollte man sich Gedanken über ein mögliches Ersatzquartier machen. Laut Högel gibt es mittlerweile "viele Hotels, Motels und auch Sammelunterkünfte, die Menschen mit Tieren in ihren Räumlichkeiten aufnehmen". Alternativ könne man Personen aus dem eigenen Umfeld fragen, ob diese im Notfall ein Tier aufnehmen würden. Vertraute Menschen sollten laut der Expertin "immer die bevorzugte Pflegestelle sein".
Wenn Tiere im Notfall nicht mitgenommen werden können, sollten Rettungskräfte durch große beschriebene Zettel an Haustür oder Fenster auf die im Haus befindlichen Tiere informiert werden. Darauf seien nicht nur weitere Informationen zu Name, Wesen und Krankheiten, sondern auch die Kontaktdaten der Familie zu vermerken. Damit Tiere auch ohne menschliche Betreuung mehrere Tage überleben können, müsse ihnen zudem jederzeit ausreichend Nahrung und Wasser zur Verfügung stehen.
Dies sollte laut Hogel nur die letzte Option sein. „Allein zurückgelassen zu werden, ist für Tiere nicht nur traumatisch, sondern kann auch schnell zu einem Kampf um Leben und Tod werden."