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Bischof Meier: Talente sind nicht ans Mannsein gebunden

Mehr Wertschätzung für Frauen in der Kirche fordert der Augsburger Bischof Bertram Meier. Und geht dafür ganz weit in die Geschichte zurück.

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat Christen zur Wertschätzung von Frauen aufgerufen. "Wir brauchen einander! Wir brauchen die von Gott geschenkten Talente und Charismen, die, wie wir alle wissen, nicht an das Mannsein gebunden sind", sagte Meier zum Hochfest des heiligen Ulrich in Augsburg. Der einstige Augsburger Bischof (923-973) ist der erste Bistumspatron. Meier ergänzte, schon Ulrich habe um Frauen gewusst, die seinen Glauben und sein Wirken als geistlicher Mensch gefördert, inspiriert und getragen hätten. "Von ihnen hat er sich maßgeblich prägen lassen."

Ein Beispiel dafür sei die heilige Afra, ergänzte Meier. Die erste namentlich bekannte Glaubenszeugin auf Augsburger Bistumsgebiet starb um 304 den Märtyrertod durch Verbrennen. "Nicht liegend auf dem Scheiterhaufen, sondern aufrecht stehend, an einen Pfahl gebunden, stellt die Kunst sie dar. Afra ist nicht umgefallen, nicht einmal im Sterben", so Meier. Damit lade sie Christen zur Gewissenserforschung ein: "Wie steht es um unser Bekenntnis, wenn flammende Reden gehalten werden und Debatten darüber entbrennen, ob wir Gott überhaupt noch brauchen in einer Gesellschaft, für die der christliche Glaube scheinbar nicht mehr systemrelevant ist?", fragte Meier.