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Soziologe: Corona wird Gesellschaft nicht grundlegend verändern

Wird Corona die Gesellschaft nachhaltig verändern? Diese Frage wir derzeit häufig gestellt. Armin Nassehi hat dazu eine klare Meinung.

Der Münchner Soziologe Armin Nassehi sieht die Corona-Pandemie als Stresstest für die gesamte Gesellschaft. Obwohl die Krise das Leben jedes einzelnen betreffe, werde sie die Gesellschaft nicht grundlegend verändern, sagte Nassehi in einem Online-Vortrag der Katholischen Akademie Freiburg. Beispielsweise agierten Politik und Wirtschaft nach dem Ende des Lockdowns in den gleichen Mustern wie vor der Krise. Anders als vielfach erwartet, sehe er keine "disruptiven Veränderungen", so Nassehi: "Es gibt niemals die Möglichkeit, von jetzt auf gleich ein anderes System zu haben."

Nassehi bezeichnete es als erwartbar, dass sich in der Pandemie Verschwörungstheorien zum Coronavirus schnell verbreitet hätten: "Je komplexer die Verhältnisse sind, umso gieriger sind wir nach einfachen Antworten." Zugleich geht er davon aus, dass solche skandalisierten Verschwörungstheorien eher von kurzer Dauer seien. Auch würden sie eher in den Sozialen Medien und weniger im Qualitätsjournalismus verbreitet.

Nassehi ist Mitglied der Arbeitsgruppe der Nationalakademie Leopoldina. Sein Vortrag war Teil der Reihe "Konturen der nächsten Gesellschaft", die die Katholische Akademie in Zusammenarbeit mit Universität und Theater Freiburg organisiert. Wegen Corona finden die Vorträge und Debatten derzeit online statt.