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Gleichstand: Je 72 Kardinäle von letzten drei Päpsten ernannt

Statistiken bringen manchmal kuriose Situationen hervor; so etwa die aktuellen Zahlen zum Kardinalskollegium. Hier herrscht gerade eine kuriose Balance, die einzigartig sein dürfte.

Kurioser Gleichstand: Von den aktuell 216 Kardinälen der katholischen Kirche sind je 72 von einem der drei letzten Päpsten ernannt worden. Laut Vatican News (Dienstag) wurde je ein Drittel der Mitglieder des Kardinalskollegiums von Papst Johannes Paul II. (1978-2005), Benedikt XVI. (2005-2013) und Franziskus (seit 2013) ins Amt gehoben. Diese Situation entstand durch den Tod des mexikanischen Kardinals Sergio Obeso Rivera, der am Sonntagabend im Alter von 87 Jahren starb.

Nicht in der Statistik enthalten sind der zurückgetretene Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus: Der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, wurde 2001 von Johannes Paul II. in den Kardinalsstand erhoben. Joseph Ratzinger erlebte 1977 als Münchner Erzbischof seine Ernennung zum Kardinal - sogar noch durch Papst Paul VI. (1963-1978). Damit wäre der 92-Jährige der dienstälteste Kardinal - wäre er nicht emeritierter Papst.

Der Gleichstand betrifft allerdings nur das Kardinalskollegium als Ganzes, nicht die wahlberechtigten Kardinäle der Gruppe "U80". Denn von den 216 Mitgliedern des Kardinalskollegiums sind nur 119 papstwahlberechtigt, weil jünger als 80 Jahre. Unter ihnen gibt es 57 von Franziskus, 44 durch Benedikt XVI. und immerhin noch 18 von Johannes Paul II. ernannte Kardinäle. Für eine Papstwahl ist eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln erforderlich, das wären derzeit 80 Stimmen.