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Umfrage: Mehrheit der Deutschen unzufrieden mit Demokratie

Rund 53 Prozent der Deutschen sind nach einer Studie unzufrieden mit der Demokratie. Vor allem sozial schlechter gestellte Menschen hätten wenig Vertrauen in Staat und Politik.

Rund 53 Prozent der Deutschen sind einer Studie zufolge unzufrieden mit der Demokratie. Vor allem sozial schlechter gestellte Menschen hätten wenig Vertrauen in Staat und Politik, teilte die Friedrich-Ebert-Stiftung am Dienstag in Berlin mit. Ähnliche Werte seien zuletzt 1997 verzeichnet worden.

Insbesondere die wirtschaftliche Lage spielt für die Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie eine Rolle, wie die Stiftung feststellte. Demnach sind zwei Drittel der Bevölkerung der Ansicht, dass viele Menschen aus der guten Wirtschaftslage der vergangenen Jahre keinen Nutzen ziehen konnten. 60 Prozent der Befragten, die einen Anstieg sozialer Ungleichheit bemängelten, waren demnach auch unzufrieden mit der Demokratie.

Um einer sozialen Spaltung im Land etwas entgegenzusetzen, sprechen sich 69,6 Prozent der Deutschen für höhere Steuern auf große Einkommen und Vermögen aus. 80 Prozent fordern die "beste Schulausstattung in ärmeren Stadtteilen", und 77 Prozent der Befragten wünschen sich eine "Grundrente ohne Bedarfsprüfung". Den Angaben zufolge besteht bei den Bürgern zudem der Wunsch, in einem größeren Umfang an politischen Entscheidungen mitwirken zu können.

Die repräsentative Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde vom 4. März bis 2. April 2019 mit 2.500 Befragten ab 18 Jahren durchgeführt.