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EKD-Präses: Genfer Konventionen sind Herzstück des Völkerrechts

Die Genfer Konventionen sind für die Präses der Synode der Evangelischen Kirche, Irmgard Schwaetzer, "ein Herzstück des humanitären Völkerrechts". Vor 70 Jahren wurden die Verträge unterzeichnet.

Die Genfer Konventionen sind für die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, "ein Herzstück des humanitären Völkerrechts". Die große Zahl an Staaten weltweit, die sie inzwischen ratifiziert haben, unterstreiche das, sagte sie am Montag in Hannover anlässlich des 70. Jahrestags der Unterzeichnung der Verträge.

Alle diese Länder seien sich einig, dass Menschen in Kriegssituationen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit geschützt werden müssten. "Das hat einen großen Wert in sich, den wir uns gerade heute, wo die Wirksamkeit und der Sinn internationaler Abkommen vielerorts in Frage gestellt werden, vor Augen führen müssen", so Schwaetzer. Heute sei es nicht minder wichtig als vor 70 Jahren, die Situation der Menschen in Kriegen und bewaffneten Konflikten in den Blick zu nehmen und zu fragen, wie sie verbessert werden könne, betonte sie.

Die Genfer Konventionen sind zwischenstaatliche Abkommen und ein wesentlicher Teil des humanitären Völkerrechts, die am 12. August 1949 von zunächst 18 Staaten in Genf unterzeichnet wurden. Sie waren das Ergebnis längerer Beratungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Für den Fall eines Krieges oder anderer bewaffneter Konflikte regeln sie den Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnehmen.

Die vier Konventionen von 1949 betreffen die Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte an Land (Genfer Abkommen I), die Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See (Genfer Abkommen II), die Kriegsgefangenen (Genfer Abkommen III) und die Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Abkommen IV).