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Bolsonaro will Unesco-Welterbe-Region in Urlaubsgebiet umwandeln

Kaum ist die Region als Unesco-Welterbe anerkannt, hat Brasiliens Präsident schon ganz andere Pläne.

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro will ein Naturschutzgebiet südlich von Rio de Janeiro in ein Urlaubsparadies nach dem Vorbild der mexikanischen Kasino-Stadt Cancun verwandeln. Das berichten örtliche Medien. Erst vor wenigen Tagen hatte die Unesco der Region aufgrund ihrer Biodiversität und ihrer kulturellen Bedeutung den Welterbe-Titel verliehen. Bolsonaro war 2012 in dem Schutzgebiet beim illegalen Fischen erwischt worden.

Bolsonaro kündigte an, das Schutzgebiet Tamoios auflösen und in eine Urlaubsregion verwandeln zu wollen. Das Schutzgebiet war 1990 rund um die beiden einzigen brasilianischen Atomkraftwerke Angra 1 und 2 eingerichtet worden. Der Küstenstreifen mit 29 Inseln grenzt zudem an die Insel "Ilha Grande" sowie die historische Küstenstadt Paraty, die Anfang Juli zum Unesco-Welterbe erklärt wurden.

Seit Jahren ist das Schutzgebiet Ziel von Attacken durch Bolsonaro, der in der Nähe ein Strandhaus hat. Im Jahr 2012 war der damalige Abgeordnete von Mitarbeitern der Umweltbehörde Ibama in dem Schutzgebiet beim illegalen Fischen erwischt worden, weigerte sich jedoch, die Strafe in Höhe von rund 2.500 Euro zu zahlen.

Nach seinem Amtsantritt im Januar hatte Bolsonaro die Kompetenzen von Ibama beschnitten. Der Mitarbeiter, der ihn 2012 anzeigte, wurde mittlerweile entlassen. Die Errichtung von Hotel- und Kasino-Komplexen könne Brasilien Milliardeneinnahmen bringen, so Bolsonaro. Allerdings muss der Kongress erst eine Gesetzesänderung vornehmen, um das Schutzgebiet aufzulösen.