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Kirche fordert entschiedeneren Kampf gegen Menschenhandel

Einen Aufschrei nennt Weihbischof Ansgar Puff die neue Orientierungshilfe der katholischen Kirche zum Thema Menschenhandel, die jetzt auf Deutsch veröffentlicht wurde.

Die katholische Kirche fordert einen stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und andere Formen von Ausbeutung und Sklaverei in aller Welt. Menschenhandel sei ein "verabscheuungswürdiges Übel und eine offene Wunde am Körper der heutigen Gesellschaft", zitiert ein neues Papier, das am Donnerstag auf deutsch veröffentlicht wurde, eine von vielen Aussagen von Papst Franziskus zu dem Thema.

Die neue Orientierungshilfe sei zunächst ein Aufschrei mit Blick auf die Opfer, betonte der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der Vizevorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Wir Christen dürfen keine stummen Hunde sein, wenn Verbrecher Menschen zu Waren degradieren." Puff ist Mitglied der vom Papst einberufenen "Santa-Marta-Gruppe", die sich weltweit zusammen mit Politikern, Juristen, Hilfsorganisationen und Kriminalexperten gegen Menschenhandel einsetzt.

Zum oft hergestellten Zusammenhang zwischen Seenotrettung und Menschenhandel sagte der Bischof: "Menschen, die in Not geraten und um ihr Leben kämpfen, darf man niemals aus politischen Gründen untergehen lassen." Natürlich müssten aber sowohl die Fluchtursachen als auch verbrecherische Schlepperbanden bekämpft werden. "Aber das darf man nicht durcheinandermischen. Und dass da eine Art Sogeffekt entsteht, wie oft behauptet wird - also dass immer mehr Leute auf die Boote gehen, weil sie ja gerettet werden - das halte ich für Unsinn."

Neben umfangreichen Informationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält das 52-Seiten-Papier konkrete Anregungen, wie sich Pfarreien und auch jeder Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können. Zudem fordert die Kirche Politik und Gesellschaft auf, konsequenter gegen die Profiteure des Menschenhandels vorzugehen.