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Studie: Islam für Mehrheit der Deutschen keine Bereicherung

Religiöse Toleranz ist laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung in Deutschland weit verbreitet - nur der Islam wird nicht mit einbezogen.

Eine Mehrheit der Deutschen sieht den Islam nicht als Bereicherung. Das geht aus der in Gütersloh veröffentlichten Studie "Weltanschauliche Vielfalt und Demokratie" der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach sind zugleich jedoch 87 Prozent der Befragten grundsätzlich offen gegenüber anderen Weltanschauungen. Etwa 70 Prozent sprächen anderen Religionen auch einen Wahrheitsgehalt zu und seien somit als religiös tolerant anzusehen. Doch nur knapp jeder Zweite in Deutschland meine, dass religiöse Pluralität die Gesellschaft bereichere. Den Islam betrachte nur ein Drittel der Bevölkerung als Bereicherung, so die Studie. Christentum, Judentum, Hinduismus und Buddhismus würden hingegen von einer Mehrheit als bereichernd empfunden.

Insgesamt empfinde rund die Hälfte der Befragten den Islam als Bedrohung, hieß es weiter. Skepsis gegenüber dem Islam bedeute aber noch keine Islamfeindlichkeit, betonte die Untersuchung. Mit 13 Prozent zeige nur eine Minderheit der Bürger eine islamfeindliche Sicht und fordere etwa, die Zuwanderung von Muslimen zu unterbinden. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren gesunken (2017: 20 Prozent).

Eine weitere Erkenntnis der Studie lautet, dass Menschen, die regelmäßig Kontakt zu Angehörigen anderer Religionen haben, religiöse Vielfalt und den Islam seltener als Bedrohung empfinden. In dieser Gruppe betrachteten 46 Prozent den Islam sogar als eine Bereicherung, hieß es.

In der verbreiteten Islamskepsis sieht die Religionsexpertin der Bertelsmann Stiftung, Yasemin El-Menouar, Grund zur Sorge: "Bestehende Vorbehalte bieten rechtspopulistischen Gruppierungen und Parteien Anknüpfungspunkte", so El-Menouar. Sorgen und Ängste könnten instrumentalisiert werden und aus einer Skepsis Ablehnung machen.