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Jesuiten-Flüchtlingsdienst verteidigt Kirchenasyl gegen Kritik

Ein Segen für den Rechtsstaat? Diese Formulierung zum Thema Kirchenasyl dürfte nicht bei allen auf Zustimmung stoßen.

Mit Blick auf die laufende Innenministerkonferenz hat der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) das Kirchenasyl verteidigt. "Kirchenasyl ist ein Segen für den Rechtsstaat", betonte der JRS-Direktor für Deutschland, Pater Frido Pflüger, in Berlin. "Es gibt dem Staat die Möglichkeit, sein Handeln im Zweifelsfall noch mal daraufhin zu überprüfen, ob es dem Einzelnen gerecht wird."

Derzeit befinden sich in Deutschland über 500 von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge im Kirchenasyl. Spekulationen über eine Dunkelziffer wies der JRS als "haltlose Unterstellung" zurück. Bis diesen Freitag berät die Innenministerkonferenz in Leipzig unter anderem über das Kirchenasyl.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) hatte das Thema auf die Tagesordnung des Treffens setzen lassen. Ihm zufolge ist die Zahl der gemeldeten Fälle von Kirchenasyl deutlich gestiegen. Nachdenklich mache vor allem die Steigerung bei sogenannten Dublin-Fällen, in denen die Menschen in einen EU-Mitgliedstaat abgeschoben werden sollen. Eine solche Überstellung dürfe kein Anlass für die Gewährung von Kirchenasyl sein, so Grote. Nach der Dublin-Regelung werden Flüchtlinge in das EU-Land zurückgeführt, in das sie als erstes nach Europa eingereist waren. Das Erzbistum Hamburg hatte Grotes Kritik zurückgewiesen.