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Meldung

Philippinen-Präsident droht EU-Botschaftern

So äußern sich Staatspräsidenten normalerweise nicht: starker Tobak von den Philippinen.

In einer mit Unflat gespickten Rede hat der philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte den Botschaftern der EU-Staaten mit umgehender Ausweisung gedroht. "Botschafter dieser Länder, hört mir jetzt zu. Ihr verlasst das Land binnen 24 Stunden. Ihr alle", zitierten philippinische Medien aus einer Ansprache des Präsidenten, in die er wüste Tiraden auf Spanisch, Englisch und Filipino mischte.

"You bullshit! Wir haben die Kolonialzeit hinter uns gelassen. Legt euch nicht mit uns an" (Don't f... with us), sagte Duterte an die Adresse der Diplomaten. "Ihr glaubt wohl, dass wir hier ein Haufen Trottel sind."

Grund für den Wutausbruch ist die anhaltende Kritik der EU am "Drogenkrieg" auf den Philippinen und ein angeblicher Plan europäischer Staaten, den Ausschluss der Philippinen aus UN-Institutionen zu betreiben. Seit der Ausrufung von Dutertes "Anti-Drogenkrieg" im Juni 2016 starben Menschenrechtlern zufolge mehr als 13.000 Menschen. Die EU-Botschafter in Manila haben bislang nicht auf die Drohung des Präsidenten reagiert.