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Meldung

EU-Richtlinie bedroht Meissner Porzellan

Eine geplante Verschärfung der Grenzwerte von Cadmium und Blei bedroht Porzellanmanufakturen, die ihre Produkte per Hand verzieren. Die strahlende Farben sind das Problem.

Die geplante Verschärfung der Grenzwerte für Cadmium und Blei in der sogenannten EU-Keramikrichtlinie droht Porzellanmanufakturen wie Meissner Porzellan in ernsthafte Schwierigkeiten zu stürzen. Die Brüsseler Generaldirektion Gesundheit plant, die Keramikrichtlinie aus dem Jahr 1984 zu überarbeiten, unter anderem soll der Wert für Blei auf ein Vierhundertstel der bisherigen Obergrenze reduziert werden, berichtete das Magazin "Der Spiegel" (Samstag). Problematisch seien die neuen Grenzwerte für Unternehmen, in denen Motive und Verzierungen per Hand auf Teller, Tassen und Schüsseln aufgetragen werden, wie die sogenannten Königlichen Manufakturen Nymphenburg, KPM in Berlin sowie die Manufaktur in Meißen.

Porzellanmaler arbeiten demnach mit hitzebeständigen Farben, die Cadmium und Blei enthalten können. Damit Gelbrot oder Purpur besonders strahlen, verwenden sie Aufglasurfarben. Deshalb können die Teller Giftstoffe abgeben, besonders, wenn das Essen viel Säure enthält, wie das Magazin berichtete.

Die geplante Verschärfung der Grenzwerte basiere auf "wissen schaftlichen Erkenntnissen", bestätigte der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans in einem Schreiben an Europaabgeordnete. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) unterstützt das Vorhaben. Laut "Der Spiegel" warb Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Juni bei einem Treffen mit Kommissionschef Jean-Claude Juncker für eine Ausnahmeklausel für die Porzellanmanufakturen.