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Caritas Indien weist Missionierungsvorwurf per Fluthilfe zurück

Nach starken Monsunregen sind weite Teile von Indiens Nordosten überflutet. Radikale Hindus werfen der Caritas vor, als "Seelengeier" Flutopfer zu missionieren. Die christliche Hilfsorganisation wehrt sich.

Die katholische Hilfsorganisation Caritas Indien wehrt sich gegen den Vorwurf, Flutopfer unter dem Deckmantel der Hilfe zum Christentum zu bekehren. "In Zeiten von Katastrophen ist der Ausdruck von Menschlichkeit die größte Religion", sagte Caritas-Direktor Frederick D'Souza dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews. Radikale Hindus werfen der Caritas in Sozialen Netzwerken vor, als "Seelengeier" Flutopfer zu missionieren.

"Orte von #NaturKatastrophen sind Chancen für christliche #SeelenGeier", zitiert Ucanews ein Posting auf Twitter. D'Souza wirft den Absendern solcher Tweets vor, durch "Angstkampagnen" Zweifel an den Motiven solcher Hilfen zu säen. "Das kann vermieden werde, wenn man Partnerschaften mit anderen Religionen schließt", sagte D'Souza und verwies etwa auf die Zusammenarbeit der Caritas Indien mit Hindus und Muslimen bei der Fluthilfe in Assam.

Als Folge starker Monsunregen ist der Fluss Brahmaputra über die Ufer getreten und hat weite Teile von Indiens Nordosten überflutet. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Assam, wo 29 der 33 Provinzen überflutet sind. Mehr als 250.000 Menschen sind laut indischen Behörden von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Seit Beginn der Regenfälle Anfang Juli sind zudem mindestens 85 Menschen in den Fluten ertrunken. Ein Ende der sintflutartigen Regenfälle ist nicht absehbar.