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Kirchen mit weniger Austritten und Rekord bei Steuereinnahmen

Jedes Jahr werden sie mit Spannung erwartet: die aktuellen Zahlen zu Kirchenaustritten und Kirchensteuereinnahmen. Nun sind sie veröffentlicht.

Bonn/Hannover (KNA) Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2016 weniger Mitglieder verloren als im Vorjahr und zugleich so viel an Kirchensteuern eingenommen wie nie zuvor.

162.093 Katholiken traten im Vorjahr aus der katholischen Kirche aus, das waren 19.832 Menschen und damit rund 11 Prozent weniger als 2015 (181.925), wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Die Zahlen bleiben jedoch auf hohem Niveau. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) meldete rund 190.000 Austritte, was einen Rückgang um 20.000 und damit rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (210.000) bedeutet.

Die Kirchen vermeldeten zudem, 2016 so viel Kirchensteuern erhalten zu haben wie noch nie, nämlich insgesamt knapp 11,6 Milliarden Euro. Davon erhielt die katholische Kirche 6,146 und die evangelische 5,454 Milliarden. Im Vergleich zu 11,46 Milliarden Euro 2015 ist das insgesamt ein leichter Anstieg um rund 1,2 Prozent.

In der katholischen Kirche stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer im Vergleich zu 2015 (6,09 Milliarden Euro) um 0,9 Prozent, in der evangelischen Kirche (2015: 5,365 Milliarden Euro) um 1,6 Prozent. Hauptgrund für den Anstieg ist die allgemeine Entwicklung der Löhne und Einkommen und damit auch der Lohn- und Einkommensteuer.

Die Mitgliederstatistik weist bundesweit rund 23,6 Millionen Katholiken aus, was 28,5 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. 2015 lag der Anteil bei 29 Prozent. Die Zahl der Protestanten ging von 2015 auf 2016 um knapp 350.000 zurück und lag bei rund 21,9 Millionen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank damit von 27,2 auf 26,5 Prozent.

Damit gehören 55 Prozent der Menschen in Deutschland einer der beiden großen Kirchen an. Inklusive der orthodoxen Kirche sowie anderer kleinerer Kirchen und Gemeinschaften liegt der Anteil aller Christen an der Bevölkerung bei 58,3 Prozent.