• USA Vereinigte Staaten von Amerika
  • Gesundheit
  • Recht
  • Kirche
Meldung

US-Bischöfe auch gegen neuen Entwurf für Gesundheitsreform

Der Streit um die Reform des US-Gesundheitswesens geht weiter. Der Senat hat seinen Entwurf überarbeitet - doch ein Lob der Bischöfe gibt es dafür nicht.

Washington (KNA) Die katholischen Bischöfe in den USA werten auch den zweiten Senatsentwurf zur Reform des US-Gesundheitswesens als "inakzeptabel". Der überarbeitete Entwurf zeige wenig Verbesserungen gegenüber der ersten Vorlage, so der Vorsitzende des Komitees für soziale Gerechtigkeit und menschliche Entwicklung in der Bischofskonferenz, Bischof Frank Dewane von Venice/Florida.

Er sehe nach einer ersten Durchsicht nicht genügend Verbesserungen, um die ablehnende Haltung der Bischöfe zu ändern, sagte Dewane der katholischen Presseagentur CNS. Die Bischofskonferenz habe eine moralische Verpflichtung gegenüber den Armen. Als positiv bezeichnete der Bischof die milliardenschwere Mittelaufstockung für Opiat-Abhängige, einem weit verbreiteten Problem.

Grundsätzlich müsse eine Reform im Gesundheitswesen mehrere moralische Grundsätze erfüllen, so Dewane, der auf seinen Brief an den Senat vom 27. Juni verwies. Darin hatte er unter anderem die Erschwinglichkeit von Gesundheitsleistungen und den Zugang für alle als Voraussetzung eingefordert.

Beim ersten Anlauf Ende Juni hatten neun Republikaner eine Abstimmung über den ersten Entwurf verhindert. Senatsführer Mitch McConnell befindet sich in einer Zwickmühle zwischen Konservativen, denen die Änderungen am bestehenden Gesundheitsgesetz nicht weit genug gehen, und Moderaten, die sich ein großzügigeres Gesetz wünschen.

Der neue Gesetzentwurf sieht drastische Einschnitte bei Medicaid vor, der staatlichen Krankenversicherung für Einkommensschwache. Als Entgegenkommen an die Moderaten strich McConnell die geplante Steuererleichterung für Spitzenverdiener aus der Vorlage.