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Flüchtlingszahlen erreichen Höchststand

Noch nie hat es auf der Welt soviele Flüchtlinge gegeben. Anlässlich des Weltflüchtlingstages haben sich verschiedene katholische Organisationen und Bischöfe zu Wort gemeldet.

Bonn (KNA) Die Flüchtlingszahlen haben 2016 laut Angaben der Vereinten Nationen den bisher höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Weltweit waren demnach 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht, wie aus einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervorgeht. Zum Weltflüchtlingstag am Dienstag mahnten Politiker und Kirchenvertreter zu Solidarität und Kampf gegen Fluchtursachen. 

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), forderte eine gesamteuropäische Antwort auf die Herausforderungen der Flüchtlings- und Migrationspolitik. "Wir brauchen endlich eine stringente, europäische Strategie zur Bekämpfung der Fluchtursachen, die diesen Namen verdient", sagte sie.

Der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing forderte, dass kein geflüchteter Mensch in sein Heimatland abgeschoben werden darf, wenn er dort um sein Leben fürchten muss. Ausdrücklich hob Bätzing hervor, diejenigen, die aus Kriegsgebieten kämen und hierzulande Schutz suchten, müssten ihre Familien nachholen können.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte, dass Abschiebungen und Rückführungen human sein müssten. Er erinnerte zudem daran, dass neben gewaltsamen Konflikten immer häufiger Naturkatastrophen Ursachen von Flucht seien. Mit Blick auf den islamischen Hintergrund vieler Flüchtlinge betonte Schick die Notwendigkeit des interkulturellen und interreligiösen Dialogs. Die Zuwanderer hätten zugleich die Pflicht, die demokratische Grundordnung, Menschenrechte und die gewachsene Kultur in den Aufnahmeländern anzuerkennen.

Der Präsident von Caritas Europa und Bischof der belgischen Diözese Gent, Luc Van Looy, forderte die europäischen Staaten auf, bei der Asyl- und Migrationspolitik voranzugehen. Europa habe die moralische Pflicht und das Geld, um Menschen in Not zu schützen und integrieren.

Der Deutsche Caritasverband sprach sich dafür aus, legale Wege für Arbeitsmigranten in die EU zu öffnen. Pro Asyl warnte Europas Politiker vor "einer Abwälzung der Verantwortung für Flüchtlinge an Drittstaaten".

Das katholische Hilfswerk missio München mahnte, in den Heimatregionen der Flüchtlinge Strukturen zu stärken, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichten. Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes forderte, den Kindesschutz auf internationaler Ebene rechtlich zu verankern. "Wer von Flüchtlingen spricht, spricht von Kindern", so Vorstandssprecher Jörg Angerstein.