• Vatikan
  • Kriminalität
  • Recht
Meldung

Vatikan prüft Exkommunikation von Mafia-Mitgliedern

Die Exkommunikation ist die schwerste Strafe des Kirchenrechts. Künftig könnte bereits die Zugehörigkeit zur Mafia ausreichen, um aus der Kirche ausgeschlossen zu werden. Das legt eine Mitteilung aus dem Vatikan nahe.

Vatikanstadt (KNA) Der Vatikan denkt offenbar über eine härtere Gangart gegen die Mafia und andere kriminelle Vereinigungen nach. Künftig könnte bereits die Zugehörigkeit zum organisierten Verbrechen automatisch zur Exkommunikation führen, also dem Ausschluss aus der katholischen Kirche, wie aus einer vatikanischen Mitteilung hervorgeht.

Eine Arbeitsgruppe bereite ein Dokument vor, das "die Frage einer Exkommunikation wegen Korruption und Zugehörigkeit zu einer mafiösen Vereinigung vertieft", heißt es in der Presseerklärung der vatikanischen Behörde "für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen". Diese Frage solle auf internationaler Ebene und mit Blick auf die kirchliche Lehre geklärt werden.

Papst Franziskus hatte vor drei Jahren im süditalienischen Kalabrien gesagt, Mafiosi seien exkommuniziert. Im Gegensatz zum weltlichen Recht vieler Staaten stellt das katholische Kirchenrecht allerdings bislang die Zugehörigkeit zu einer Verbrecherorganisation nicht unter Strafe. Sanktioniert werden nur konkrete Delikte. Kirchenrechtlich würde die Einführung dieses neuen Straftatbestands daher einen Paradigmenwechsel bedeuten.

Am Donnerstag hatten 50 Kirchenvertreter, Antimafia-Staatsanwälte, UN-Vertreter und Verbrechensopfer aus aller Welt im Vatikan über Strategien zum Kampf gegen Korruption beraten.