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Kirche lobt "Valerie und der Priester"

Im Internet-Projekt "Valerie und der Priester" hat eine kirchenferne Berliner Journalistin ein Jahr lang einen Kaplan in Münster begleitet und online darüber berichtet - mit großer Resonanz.

Münster (KNA) Die katholische Kirche zieht eine positive Bilanz des einjährigen Internet-Projekts "Valerie und der Priester". "Wir müssen den Mut haben, zu experimentieren", erklärte der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe in der Deutschen Bischofskonferenz, Münsters Bischof Felix Genn. Der Erfolg des Projekts im Internet und in den sozialen Netzwerken zeige, dass das Thema "Priester" aktuell sei.

Im Rahmen des Projekts hatte die kirchenferne Berliner Journalistin Valerie Schönian ein Jahr lang den in Münster tätigen Kaplan Franziskus von Boeselager begleitet und ihre gemeinsamen Erlebnisse in Texten und Videos für einen Internet-Blog festgehalten. Initiiert wurde die Aktion vom Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz in Freiburg.

Dessen Direktor, Pfarrer Michael Maas, bewertete das Experiment vor Journalisten in Münster als gelungen. Es sei von Anfang an offen gewesen und hätte sich in verschiedene Richtungen entwickeln können. "Wir sind dieses Risiko eingegangen", so Maas. Ziel sei es gewesen, ein positives und realistisches Priesterbild zu zeichnen und die ganz alltägliche Seelsorgearbeit eines Kaplans mit Messfeiern, Krankenkommunion, Jugendarbeit oder Ehevorbereitung abzubilden.

Laut Maas erreichte "Valerie und der Priester" regelmäßig mehrere 100.000 Leser im Monat. Auf Facebook abonnierten 14.000 Follower das Projekt. Die Gesamtzahl der Nutzer bei Facebook, Twitter und YouTube lag bei bis zu einer Million im Monat. 57 Prozent der Zielgruppe waren unter 35 Jahre alt.

Maas kündigte eine Fortsetzung des Projekts unter dem Titel "Gott im Abseits" an. Dabei solle jeweils für drei Monate eine Person vorgestellt werden, die in der Seelsorge an den Rändern der Gesellschaft, etwa unter Obdachlosen oder Flüchtlingen, tätig ist.