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Vatikan fordert Wahlen in Venezuela

Seit Jahren wird Venezuela von schweren Versorgungskrisen und politischen Spannungen erschüttert. Nach diplomatischen Bemühungen des Vatikan fordert dieser nun ganz offen Neuwahlen.

Vatikanstadt (KNA) Aus Sicht des Vatikan könnte die Notlage der Menschen in Venezuela durch Wahlen beendet werden. Man müsse dem Volk Gelegenheit geben, sich auszudrücken und seine "Gegenwart und Zukunft zu bestimmen", sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin laut Radio Vatikan. Aktuell sei die Situation "wirklich dramatisch und es besteht das Risiko, dass es noch dramatischer wird", so die Nummer zwei des Vatikan. Mit Blick auf eine mögliche Vermittlung des Vatikan sagte er, man hoffe immer, dass es diese Möglichkeit gebe.

In Venezuela werden unterdessen nach kirchlichen Angaben die Lebensmittel für breite Teile der Bevölkerung immer knapper. Die Regierung müsse eine "humanitäre Notlage" ausrufen, forderte der venezolanische Bischof Juan de Dios Pena Rojas in einem am Donnerstag auf dem Blog des Hilfswerks Misereor verbreiteten Interview. Sein Amtsbruder Carlos Alfredo Cabezas Mendoza fügte hinzu: "Derzeit ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln extrem gefährdet, ebenso sind die Gesundheitsdienste in einer prekären Lage." Laut Caritas Internationalis erreicht insbesondere die Mangelernährung bei Kindern in Venezuela den Rang einer humanitären Krise.

Venezuela wird seit mehr als drei Jahren von einer schweren Versorgungskrise und politischen Spannungen erschüttert. Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche kritisieren eine politische Verfolgung von Oppositionellen sowie die Unterdrückung demokratischer Grundwerte.