• Deutschland DEU
  • Medizin
  • Verbraucher
Meldung

Patienten scheuen die Klinik

Ist es das Gefühl dem Medizinbetrieb ausgeliefert zu sein oder sind es die rigiden Weckzeiten oder die Angst vor der Spritze? Patienten meiden das Krankenhaus und bevorzugen die Behandlung zu Hause.

Berlin (KNA) Patienten wollen einer Umfrage zufolge lieber zu Hause behandelt werden als in der Klinik. Das geht aus einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, aus der die "Bild"-Zeitung zitiert. Demnach erklärten 61 Prozent der Befragten, dass sie im Alter selbst bei schwerer Krankheit am liebsten Hausbesuche vom Arzt erhalten würden, als ins Krankenhaus zu gehen.

Außerdem kritisierten die Befragten das Entlassmanagement der Krankenhäuser. 89 Prozent gaben an, dass die Rückkehr aus dem Krankenhaus ins häusliche Umfeld patientenfreundlicher gestaltet werden sollte. Darüber hinaus forderten 92 Prozent eine bundesweit einheitliche Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst und erklärten zum überwiegenden Teil (66 Prozent), dass sie es sinnvoll fänden, wenn man unter dieser Nummer auch gleich eine erste medizinische Beratung erhalten könnte.

KBV-Chef Andreas Gassen forderte, die Behandlung durch niedergelassene Ärzte zu stärken, statt defizitäre Krankenhäuser zu erhalten. "Wir sind zur Zusammenarbeit mit den Krankenhäuser bereit", sagte Gassen der Zeitung. "Wir wehren uns aber gegen das Kirchturmsdenken mancher Politiker, die um jeden Preis jedes Krankenhaus - egal, wie unwirtschaftlich es ist - erhalten wollen." Die Bürger wollten überwiegend zu Hause oder beim niedergelassenen Arzt ihres Vertrauens behandelt werden. "Diesen Wunsch darf Politik nicht ignorieren", sagte Gassen.