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Russland verbietet Zeugen Jehovas

In Russland ist die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas vom Obersten Gericht verboten worden. Die Mitglieder wollen die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anfechten.

Moskau/New York (KNA) Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert das vom Obersten Gericht Russlands ausgesprochene Verbot der Zeugen Jehovas. Das am Donnerstag in Moskau veröffentlichte Urteil sei ein gravierender Verstoß gegen Russlands Verpflichtung auf Achtung der Religions- und Versammlungsfreiheit, erklärte die Organisation in New York. Mehr als 100.000 Angehörige der Glaubensgemeinschaft in ganz Russland seien betroffen. Die Zeugen Jehovas kündigten unterdessen an, sie wollten die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anfechten.

Das Oberste Gericht hatte einen Antrag des Justizministeriums gebilligt, in dem die Glaubensgemeinschaft als extremistische Gruppe eingestuft wird, die die öffentliche Ordnung bedrohe und Familien zerstöre. Die Zentrale der Gruppe und ihre 395 Regionalverbände würden geschlossen, ihr Besitz beschlagnahmt, hieß es. Laut Human Rights Watch drohen Zeugen Jehovas, die ihren Glauben weiter ausüben, künftig Strafverfolgung, Geldstrafen oder gar Gefängnis bis zu zehn Jahren. Weltweit haben die Zeugen Jehovas rund acht Millionen Mitglieder.