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Papst spricht 30 Opfer von Protestanten heilig

Hintergedanken im Gedenkjahr der Reformation will man dem Papst sicher nicht unterstellen, aber dass die Reformation so friedlich verlaufen ist, wie es dieses Jahr erscheint, ist auch nicht wahr.

Vatikanstadt (KNA) Papst Franziskus spricht 30 Katholiken heilig, die im 17. Jahrhundert von Protestanten ermordet wurden. Am 15. Oktober kanonisiert das Kirchenoberhaupt in Rom eine Gruppe von 30 Märtyrern um den Jesuiten Andre de Soveral (1572-1645), die 1645 in Brasilien während eines Gottesdienstes von calvinistischen Söldnern der niederländischen Kolonialherren getötet wurden. Heiliggesprochen werden neben dem Brasilianer de Soveral auch der Priester Ambrosio Francisco Ferro sowie 28 Laien.

Am 16. Juli 1645 überfielen und ermordeten Söldner unter Leitung des Deutschen Jakob Rabe 69 Katholiken, die in einer Kapelle im nordbrasilianischen Sao Goncalo do Amarante Gottesdienst feierten. Ob ein Zusammenhang zwischen der Heiligsprechung und dem ökumenischen Reformationsgedenken besteht, das in diesem Jahr begangen wird, blieb offen.

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) erkannte die Opfer als Märtyrer an und sprach 30 von ihnen im Jahr 2000 selig.