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Schlechte Startchancen für 3,7 Millionen Jugendliche

Die Eltern gehen keinem Job nach, haben keine Berufsausbildung und sind von Armut bedroht. Ihre Kinder gehören zu den Verlierern der jungen Generation. Es sind 3,7 Millionen unter 18 Jahren.

Berlin (KNA) Trotz allgemein guter Chancen in Deutschland gehören laut einer Analyse der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) rund 3,7 Millionen Jugendlichen unter 18 Jahren zu den Verlieren der jungen Generation. "Sie sind sozial abgehängt - durch Eltern ohne Berufsausbildung, ohne Job. Oder durch Elternhäuser, die von Armut bedroht sind", sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Karin Böllert, bei der Vorstellung des "Deutschen Kinder- und Jugend(-hilfe)-Monitors 2017" in Berlin. Insgesamt stünden die Startchancen für Kinder und Jugendliche aber auf "hellgrün".

In dem Monitor bewertet die AGJ die Chancen für rund 22 Millionen Kinder und junge Erwachsene zwischen 0 und 27 Jahren. Demnach wachsen zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in einem Elternhaus auf, in dem weder Vater noch Mutter erwerbstätig sind. Bei elf Prozent haben weder Vater noch Mutter eine abgeschlossene Berufsausbildung. 19 Prozent aller jungen Menschen seien von Armut bedroht.

Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft muss unter anderem das Kindergeld neu justiert werden. "Eltern mit geringem oder keinem Einkommen müssen künftig besser gefördert werden. Armut darf nicht länger vererbt werden", sagte Böllert. Sie plädierte für eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung. Wichtig für die Startchancen seien zudem die Kitas. Dazu müsse es vor allem kleinere Gruppen und einen besseren Betreuungsschlüssel geben. Ideal sei bei bis zu Vierjährigen eine Erzieherin auf vier Kleinkinder. Unzufrieden zeigte sich die Arbeitsgemeinschaft mit der Flüchtlingskinder-Quote. Viele Flüchtlingsfamilien wüssten nicht, dass ihre Kinder ein Recht auf einen Kitaplatz hätten. Hier brauche es mehr Information.