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Rios Bürgermeister mauert sich ein

Der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Marcelo Crivella, ist nicht nur Bischof einer Pfingstkirche, sondern auch Nachbar eines Armenviertels. Nun will er zu seinem Schutz eine Mauer bauen.

Rio de Janeiro (KNA) Marcelo Crivella (59), neuer Bürgermeister von Rio de Janeiro, will offenbar aus Angst vor den Nachbarn eine Mauer um seine Residenz bauen. Das berichtet die Zeitung "O Globo" (Sonntag). Crivella, Bischof der evangelikalen Pfingstkirche "Igreja Universal do Reino de Deus" (Universalkirche vom Reich Gottes), fürchte, dass Einbrecher über den Garten in das Haus gelangen könnten. Die Residenz grenzt an das Armenviertel Dona Marta.

Crivella hatte seit seinem Amtsantritt am 1. Januar gezögert, in die Residenz im Stadtteil Botafogo einzuziehen. Zwar will die Familie nun laut dem Bericht tatsächlich umziehen. Zuvor müsse jedoch eine umgerechnet rund 500.000 Euro teure Mauer errichtet werden. Seine Ehefrau sei aufgrund der Nachbarschaft zu dem Armenviertel um ihre Sicherheit besorgt, so die Zeitung. Die Crivellas planen laut Medienberichten, jeden Dienstag im Garten der Residenz einen evangelikalen Gottesdienst zu feiern.

Bislang wohnt die Familie in einem abgeschirmten Luxuskomplex im westlichen Stadtteil Barra da Tijuca. Das Viertel auf einer Halbinsel inmitten einer Lagune beherbergt diverse Politiker und Showstars. Da ihm jedoch der Anfahrtsweg von seinem Bürgermeisterbüro zu lang war, übernachtete Crivella des Öfteren in der Residenz. Dafür habe er ein Bett aus eigener Tasche bezahlt, hieß es.