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Bischof Wiesemann: Glaube und Tun miteinander verbinden

Jubiläen, Diskussionen, Dokumente - alles gut und schön. Bischof Wiesemann aus Speyer fordert die Kirche auf, gewohnte Wege zu verlassen. Sie solle stärker an die Ränder gehen. Und er sagt auch warum.

Ludwigshafen (KNA) Der Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann hat die Kirche aufgefordert, gewohnte Wege zu verlassen und stärker an die Ränder zu gehen. "Es ist wichtig, den Glauben mit der diakonischen Dimension zu verbinden", sagte Wiesemann am Wochenende in Ludwigshafen. Nur so wirke sie in die Gesellschaft hinein, betonte er unter Verweis auf die im Vergleich zur Kirche höheren Zustimmungswerte der Caritas. Wiesemann äußerte sich bei einer Diskussion über "Die Verkündigung des Glaubens in der modernen Gesellschaft".

Weiter sagte der Bischof: "Gott kommt ins Spiel, wenn die Verletzlichkeit der Menschen in den Blick tritt." Man könne ihn nicht beibringen, aber gemeinsam entdecken. Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad bezeichnete Wahrhaftigkeit als "ersten Akt des Glaubens". Der Glaube gebe dem Menschen Bestand und Festigkeit. Doch könne er nicht befohlen oder erzwungen werden.

Beide Kirchenvertreter hoben die Rolle der Sprache hervor. Wiesemann rief dazu auf, eine neue Sprache zu finden, die an die Verletzbarkeit des Menschen anknüpfe. Für Schad ist die Kirche ein Ort, wo von Trost und Hoffnung gesprochen werden müsse.