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Kardinal Burke ermittelt auf Guam

Zur Aufklärung eines Missbrauchsvorwurf gegen den beurlaubten Erzbischof von Agana wurde Kardinal Burke auf die südlichste Insel des Marianen-Archipels in Ozeanien geschickt.

Vatikanstadt (KNA) Der Vatikan hat die geplante Entsendung des früheren Kurienkardinals Raymond Leo Burke zur Aufklärung eines mutmaßlichen Missbrauchsfalls nach Guam indirekt bestätigt. Die Glaubenskongregation habe am 5. Oktober ein Gericht erster Instanz eingerichtet; Vorsitzender Richter dieses autonomen und von der Kongregation getrennt arbeitenden Gerichts sei Kardinal Burke, sagte Vatikansprecher Greg Burke der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Medien hatten zuvor berichtet, Kardinal Burke sei zur Aufklärung eines mutmaßlichen Missbrauchsfalls nach Guam gereist. Nach geltendem Kirchenrecht liegt die Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen gegen Bischöfe und Erzbischöfe beim Vatikan.

Der US-Amerikaner ist einer der Wortführer des konservativen Kirchenflügels und Mitverfasser eines Briefs von vier Kardinälen mit Zweifeln zum Papstschreiben "Amoris laetitia". Kardinal Burke hatte eine "formelle Korrektur" des Papstes angekündigt, wenn dieser nicht auf die Fragen der Kardinäle antworte. Die italienische Tageszeitung "Messaggero" schrieb, mit Burke sei "der Hauptgegner" des Papstes mit der Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen an einem "weitmöglichst entfernten" Ort beauftragt worden.- Guam ist die südlichste Insel des Marianen-Archipels in Ozeanien. Sie ist ein sogenanntes nichtinkorporiertes Territorium der USA.

Die "Guam Pacific Daily News" hatte am Mittwoch berichtet, Kardinal Burke solle auf Guam ein mutmaßliches Opfer, Roland Sondia, befragen. Sondia soll in den 1970er Jahren als Messdiener vom späteren Erzbischof von Agana, Anthony Apuron, missbraucht worden sein. Der heute 71-jährige wurde 1986 Erzbischof von Agana. Nachdem im Juni 2016 Anschuldigungen gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs erhoben wurden, beurlaubte ihn Papst Franziskus.